Blaue Karte EU

Um den steigenden Fachkräftebedarf in vielen Bereichen in der Europäischen Union decken zu können ist 2009 eine besondere Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis, die Blaue Karte EU, eingeführt worden. Die Richtlinie sollte die Einwanderung von hochqualifizierten Drittstaatsangehörigen erleichtern und ihnen langfristige Perspektiven in der EU bieten. Zusätzlich sollte die Migration der Einwanderer innerhalb der Europäischen Union erleichtert werden.

 

Blaue Karte EU, EU Blue Card, Einwanderungsberater, German Immigration Consultant

In Deutschland wurde die Richtlinie mit der Einführung der Blauen Karte EU als eigenständiger Aufenthaltstitel im Rahmen des Ausländerrechts umgesetzt. Seitdem haben ca. 200.000 hochqualifizierte Fachkräfte eine Blaue Karte für Deutschland erhalten. Auf Deutschland entfielen ca. 80% der in der gesamten Europäischen Union erteilten Blauen Karten.

Die Blaue Karte EU ist eine spezielle Aufenthaltserlaubnis für hochqualifizierte Arbeitnehmer. Sie wird in einem vereinfachten Verfahren ohne Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit erteilt. Es findet aber eine Prüfung der Arbeitsbedingungen statt.

Die Voraussetzungen für Kandidaten

 

Hochschulabschluss

 

Die Blaue Karte EU können Ausländer erhalten, die über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügen. Soweit es sich nicht um einen deutschen Hochschulabschluss handelt, muss der Abschluss entweder anerkannt worden sein, oder mit einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar sein. Die Anerkennung oder Feststellung der Vergleichbarkeit kann auch bereits vor der Einreise nach Deutschland erfolgen.

Arbeitsplatz

 

Als zweite Voraussetzung muss ein Arbeitsvertrag oder ein verbindliches Arbeitsplatzangebot mit einem bestimmten Mindestgehalt vorgelegt werden. Die angestrebte Beschäftigung muss den Qualifikationen der Fachkraft entsprechen.

Mindestgehalt

 

Die Mindestgehaltsgrenze wird jährlich festgelegt und kann im Internetangebot des Bundesministeriums des Innern abgerufen werden (siehe „Weiterführende Links“). Im Jahr 2021 beträgt sie 56.800 EUR. Die Blaue Karte kann bei Erreichen der Gehaltsgrenze ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erteilt werden. 

Für Mangelberufe (Naturwissenschaftler, Ingenieure, Ärzte, akademische IT-Fachleute) wurde eine geringere Einkommensgrenze festgelegt. Diese beträgt im Jahr 2021 44.304 EUR. Bei diesen Fällen prüft die Bundesagentur für Arbeit aber, ob die Arbeitsbedingungen denen vergleichbarer deutscher Arbeitnehmer entsprechen.

Die Modalitäten der Blauen Karte EU

 

Gültigkeit

 

Die Blaue Karte EU ist ein befristeter Aufenthaltstitel, der bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen zunächst auf höchstens vier Jahre befristet wird. Beträgt die Dauer des Arbeitsverhältnisses weniger als vier Jahre, wird die Blaue Karte EU für die Dauer des Arbeitsvertrags zuzüglich drei Monate ausgestellt.

Arbeitsplatzwechsel

 

In den ersten beiden Jahren ist für einen Arbeitsplatzwechsel die schriftliche Erlaubnis der Ausländerbehörde nötig.

Mobilität innerhalb der Europäischen Union

 

Die Fachkräfte können mit Ihren Familienangehörigen bis zu zwölf Monate aus Deutschland ausreisen ohne dass Ihre Aufenthaltserlaubnis erlischt.

Nach 18-monatigem Besitz einer Blauen Karte können Fachkräfte sich visumfrei in einen anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union (außer Irland und Dänemark) niederlassen und dort innerhalb eines Monats die Blaue Karte beantragen.

Familiennachzug

 

Familienangehörige können Blue Card-Inhaber begleiten und erhalten in Deutschland ebenfalls Aufenthaltserlaubnisse. Die Familienangehörigen von Inhabern einer Blauen Karte können sofort uneingeschränkt arbeiten oder selbständig tätig sein. Ehegatten müssen keine Sprachkenntnisse nachweisen.

Niederlassungserlaubnis

 

Die Fachkräfte können bereits nach 33 Monaten Arbeit eine Niederlassungserlaubnis beantragen. Bei ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen (Niveau B1) verkürzt sich diese Frist auf 21 Monate.

Beantragung

 

Die Blaue Karte EU wird in Deutschland von der Ausländerbehörde im Wohnort der Fachkraft ausgestellt. Visumpflichtigen Drittstaatern wird für die Einreise in den Fällen, in denen ein Anspruch auf die Erteilung der Blauen Karte EU besteht, ein nationales Visum zur Beschäftigungseinreise von der jeweils zuständigen deutschen Auslandsvertretung erteilt. Das Visum wird nach der Einreise von der zuständigen Ausländerbehörde durch eine Blaue Karte EU ersetzt.

Erleichterung durch das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz

Die Einführung des Fachkrfäteeinwanderungsgesetzes hat auch für hochqualifizierte Bewerberinnen und Bewerber neue Möglichkeiten eröffnet. Mehr dazu im Beitrag: Fachkräfte-Einwanderungsgeset

Beiträge nach Tags durchsuchen:

Diesen Beitrag teilen:

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin